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Zusammenfassung: Das Ziel dieses Aufsatzes ist es, einer seits die Verlagerung einer Reihe klimatischer Grenzen iiber den groberen Teil Europas wahrend der siebzig Jahre von 1871?1940 aufzuzeigen, und andererseits ihre Abweichun gen von der gewohnlich zugrunde gelegten Standardperiode von 1901?1930 herauszuarbeiten. Es wurde Koppens Klassifikation zugrunde gelegt und die Aufzeichnungen der in Abb. 1 genannten Wetterstationen benutzt. Da sich die gegenwartige Klimaverbesserung in den gemafiigten Brei ten hauptsachlich in der Form haufigerer Warmeperioden und weniger in einer allgemeinen Erwarmung bemerkbar macht, wurde es als vorteilhafter angesehen, fiir die Losung dieses Problems an Stelle der im allgemeinen ublicheren arithmetischen Mittelwerte den Begriff der ?Klimajahre" nach Russel zu verwenden. Freilich fiihrt die Klassifikation der Klimazustande auf einer Jahres-, statt einer Mittelwert basis, zu einigen Schwierigkeiten ? insbesondere in bezug auf die jahreszeitliche Niederschlagsverteilung ? so daft schlieftlich eine Modification der Koppenschen (Tabelle I) Kriterien durchgefiihrt werden mufite. Fiir die Standardperiode 1901?1930 wurden die Klima gebiete einerseits auf der Grundlage der Mittelwerte (Abb. 2) und andererseits auf der Basis einer Analyse der Klima jahre kartographisch dargestellt und deren hauptsachliche Unterschiede besprochen, insbesondere die in Abb. 3 durch gefiihrte Unterscheidung zwischen Kerngebieten und Ober gangsgiirteln. Die tatsachliche Breite dieser Grenzgurtel findet eine eingehendere Beriicksichtigung in den Abb. 4 bis 6, die auf der Grundlage einer Kartierung der Klima grenzen fiir jedes der dreiftig Jahre erarbeitet wurden. In alien diesen Karten spiegelt sich deutlich die wichtige Rolle, der grofieren Gebirge bei der Stabilisierung der Grenzen und Einschrankung der Breite der Ubergangsgiirtel. Die Veranderungen in der Lage der Grenzen wahrend der Periode von 1871?1940 wurden sowohl durch einen Vergleich des Zustandes von 1901?1930 mit dem von 1871 bis 1900 (Abb. 7 und 8), als auch durch das Studium der Lage der Grenzen von fiinf sich iiberschneidenden Dreiflig Jahr-Perioden (Abb. 9) naher beleuchtet. Die hervor steche'ndste dieser Veranderungen ist das Vorriicken der C/D-Grenze entlang der norwegischen Kiiste fast 800 km weiter nach Norden und iiber Deutschland hinweg unge fahr 500 km nach Osten.