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Zusammenfassung Die heuristische Idee, die in diesem Aufsatz verfolgt wird, ist es, das Unschärfe-Phänomen ›Pop‹ als eigentümliches, weltgesellschaftlich operierendes Funktionssystem aufzufassen. Als Sozialsystem reproduziert es eine spezifische (kommunikative) Differenz, die sich dem Medium des ›Songs‹ einschreibt, das Wahrnehmungen auf raffinierte Weise in den Kommunikationszusammenhang des Systems einbettet. Angenommen wird, daß nach preadaptive advances, die bis in die Renaissance zurückreichen, das System in den Fünfziger Jahren startet mit der spezifischen Operation der ›Provokation-im-Medium des Songs‹ und sich strukturell entlang prozessiert an Formen der Provokation und Gegenprovokation: Rock’n’Roll, Beat, Garage, Psychedelic, Heavy Metal, Hip Hop, Rave, Techno... Geprüft wird unter anderem, ob sich eine Funktion des Systems konstruieren läßt, ob das System über einen Leitcode verfügt (These: Hit/Flop), über ein Medium (Songs), über Formen organisatorischer Sicherheit (Labels) etc. Diese Analysen lassen noch keine definitive Entscheidung über den Systemstatus zu, plausibilisieren aber die Annahme, daß eine darauf bezogene systemtheoretisch orientierte Forschung fruchtbar sein könnte.