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Ecocriticism ist ein Forschungsfeld, das derzeit auch im deutschsprachigen Raum hoch im Kurs steht. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, stammt die Forschungsrichtung ursprünglich aus dem anglophonen Bereich. Den Begriff “Ecocriticism” führte Rueckert (1978) in die wissenschaftliche Diskussion ein, um mögliche Verknüpfungen zwischen Literatur und Ökologie zu erkunden. Nach einer allgemeinen, sehr basalen Definition untersucht die ökokritische Forschung im weitesten Sinn das Verhältnis zwischen Literatur und Umwelt (Glotfelty 1996: xviii) bzw. zwischen Kultur und Natur, das sich aus ökokritischer Sicht als das intellektuelle Schlüsselproblem des 21. Jahrhunderts auffassen lässt (Bate 2000: xvii). Fest etabliert und zugleich in der US-amerikanischen Geisteswissenschaft strukturell wie institutionell verankert wurde die neue Richtung grundlegend durch Glotfelty/Fromm (1996). Es folgten zahlreiche weitere englischsprachige Veröffentlichungen: von Coupes Green Studies Reader (2000) über Garrards bereits klassische Darstellung (2012 [2004]) bis hin zu neueren Sammelwerken wie dem Handbuch von Garrard (2014) oder dem Reader von Hiltner (2015). Unter anderem belegen heute auch eine ganze Reihe eigens gegründeter Fachzeitschriften die feste Verankerung des Ecocriticism in der englischsprachigen Forschungslandschaft. Im deutschsprachigen Raum verlief die Entwicklung zunächst mäßiger und langsamer. Entscheidende Impulse erhielt die ökokritische Forschung hier allem voran durch die frühen Arbeiten von Goodbody (1984, 1997, 1998). Zu einem speziellen Ansatz weiterentwickelt wurde das Konzept durch die kulturökologische Forschung von Zapf (2002, 2008), der neben dem reinen Umweltbezug besonders auch das kreative