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Christo" rätselhaft bleibt. In der Situation der persönlichen Anrede tritt das Problem der Identifizierbarkeit nicht auf. Wo es sich stellt, sind wir aus der existentiellen Situation der Anrede reflektierend längst schon heraus. Deutlicher als im Buch zeigt Dalferth im Aufsatz und in der AnselmStudie, daß er die Schwierigkeit bemerkt. Der Verweis auf Jesus Christus ist ambivalent. Es geht um das am schwersten zu denkende Verhältnis von Wissen und Glauben (vgl. § 104ff). Die fides quaerens intellectum (250f), wie immer sie argumentiert als fides histórica et speculativa, erreicht nur einen problematischen Wissensstand wenn möglich klar und eindeutig. Was Christen von Gott wissen, sagt die Theologie. Wie weit nun Dalferths „christologische Identifikation" dem Erfahrungspotential christlichen Glaubens gerecht wird, muß sich zeigen. Theologie kann Erfahrungen nicht vorschreiben! Wie sie unseren Identifikationshorizont erweitert über Quine's ontologische Relativität hinaus, bleibt im Dunkel gemessen an dem analytischen Scharfsinn der Philosophen, mit denen Dalferth die Diskussion eröffnet hat. Klar wird nur, daß das onto-theologische Problem nicht erledigt ist. Immer noch fordert es Theologie und Philosophie gemeinsam heraus. Bei aller beherzten Konzentration der Theologie auf Christologie sollte eines unbestritten bleiben: Die Gewiáheit mit ihrer Indifferenz von Argumentation und Kontemplation, Reflexion und Praxis (pietatis) liegt Philosophie und Theologie uneinholbar voraus.