Ausprägung und Bedeutung des Teilzugverhaltens einer südwestdeutschen Population der AmselTurdus merula
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TL;DR
Differences in fitness of migratory and resident birds are consistent with the hypothesis, that there is a balanced polymorphism of these two wintering strategies in partialy migratory populations, which is balanced by differential productivity and mortality.
Abstract
In einer teilziehenden südwestdeutschen Amselpopulation bestanden keine Geschlechtsunterschiede in der Zugausprägung erstjähriger Vögel. Nur bei ♂ wurde ein höherer Anteil erstjähriger Individuen unter den Zugvögeln im Vergleich zu Standvögeln beobachtet. Die ♀ neigten dazu, auch in höherem Alter noch zu ziehen, während mehr ♂ mit steigendem Alter im Brutgebiet überwinterten. Nur wenige Individuen wechselten in aufeinanderfolgenden Jahren vom Stand- zum Zugvogel. Die Fortpflanzungsrate der Standvögel-♂ war höher als die der Zugvögel-♂, da sie größere Chancen hatten zu brüten, ihre Brutpartner früher zu legen begannen, und die Reviere bessere Qualität besaßen. ♀ von Zug- und Standvögeln waren nahezu gleich häufig in der Brutpopulation vertreten. Fast ebensoviele Zug- wie Standvogel-♀ waren mit einem revierbesitzenden Standvogel-♂ verpaart; ihr Bruterfolg war unabhängig von ihrem Status. Nachteile der Zugstrategie im Hinblick auf die Reproduktionsrate waren deshalb für Zugvögel-♀ weniger ausgeprägt als für Zugvögel-♂. Die Unterschiede in der Fitneß von Stand- und Zugvögeln sind mit der Hypothese vereinbar, daß in teilziehenden Populationen ein balancierter Polymorphismus der Winterstrategien vorliegt, der durch unterschiedliche Produktivität und Mortalität von Stand- und Zugvögeln aufrechterhalten wird.
