ExpertInneninterviews — vielfach erprobt, wenig bedacht
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Abstract
In verschiedenen Forschungsprojekten haben wir mit dem Verfahren des offenen, leitfadenorientierten ExpertInneninterviews gearbeitet und dabei die Erfahrung gemacht, dass wir methodisch auf einem wenig beackerten Terrain operieren mussten. Das gilt nahezu vollständig für Auswertungsprobleme. In der — spärlich vorhandenen — Literatur zu ExpertInneninterviews werden vorwiegend Fragen des Feldzugangs und der Gesprächsführung behandelt. Die Frage, wie „methodisch kontrolliertes Fremdverstehen“ (vgl. Schütze u.a. 1973) im Rahmen von ExpertInneninterviews zu bewerkstelligen ist, bleibt völling offen. Ziel dieses Artikels ist es, einige Fragen hinsichtlich der Methodik des ExpertInneninterviews zu behandeln. Das empirische Material, auf das wir uns beziehen stammt aus Forschungsprojekten, die wir durchgeführt haben bzw. Gegenwärtig bearbeiten1. Das Auswertungsverfahren, das wir vorstellen werden (s. Kap. 4), haben wir aus unserer eigenen Forschungspraxis entwickelt, die ihrerseits im Rekurs auf die Literatur zur qualitativen bzw. interpretativen Sozialforschung zustande gekommen ist.
