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Hirnpotential�nderungen bei Willk�rbewegungen und passiven Bewegungen des Menschen: Bereitschaftspotential und reafferente Potentiale

Pflügers Archiv - European Journal of PhysiologyPublished 1 January 1965
H. H. Kornhuber, L�der Deecke
Citations1,919
SJR quartileQ1
SJR score1.06
SNIP0.92

Abstract

Eine Methode zur chronologischen Datenspeicherung und Rückwärtsanalyse hirnelektrischer Begleitvorgänge wiederholter Willkürbewegungen beim Menschen wird beschrieben. Mit dieser Methode wurden langsame Hirnpotentiale 1. bei Willkürbewegungen von Hand und Fuß und 2. bei ähnlichen passiven Handbewegungen bei 12 gesunden Menschen in 94 Versuchen mit je über 100 Bewegungen in 3 Kanälen untersucht. Vor Willkürbewegungen der Hand und des Fußes entsteht ein langsam ansteigendes oberflächen-negatives Hirnpotential von 10–15 μV, das Bereitschaftspotential genannt wird. Sein Maximum liegt über der kontralateralen Präcentralregion bei bilateraler Verteilung über der Schädelkonvexität, frontal größer als occipital. Es wächst mit Aufmerksamkeit und intentionaler Beteiligung der Versuchsperson und nimmt bei Gleichgültigkeit ab. Eine Korrelation des Beginns der Willkürbewegungen zur Phase des Alpharhythmus war nicht nachweisbar. Nach der Willkürbewegung entsteht ein mehrphasisches Potential mit früher Positivierung, die 30–90 msec nach der Bewegung beginnt. Die Hirnpotentiale nach Willkürbewegung ähneln denen nach passiver Bewegung und den späten Komponenten des „evoked potential“ auf elektrischen Medianusreiz. Variable Unterschiede der frühen Potentialänderungen nach aktiven und passiven Bewegungen bedürfen weiterer Untersuchung. Weitergehende Anwendungen der Rückwärtsanalyse werden besprochen. Ähnlichkeiten des Bereitschaftspotentials zur Erwartungswelle G. Walters bei bedingten Reflexen und Quellen von Artefakten durch Augenbewegungen usw. werden diskutiert.

Keywords

MedicineNeuroscience