Familiäre Lebensverhältnisse, Bildungsbeteiligung und Kompetenzerwerb
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Abstract
Zu den wichtigsten bildungspolitischen Zielen demokratischer Gesellschaften gehört es, allen Heranwachsenden gleich gute Bildungschancen zu geben, sie individuell optimal zu fördern und gleichzeitig soziale, ethnische und kulturelle Disparitäten der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs auszugleichen. Jürgen Mittelstraß schreibt dazu im dritten Abschnitt seiner Abhandlung „Flug der Eule“: „Moderne Gesellschaften, die sich als aufgeklärte Gesellschaften dem Projekt der Moderne verpflichtet fühlen, sind durch die Dialektik zweier Prinzipien konstituiert. Das eine, das Prinzip Gleichheit, verleiht dem Postulat ‚sei gleich!‘, ‚verwirkliche den allgemeinen Willen!‘, Ausdruck, das andere, das Prinzip Freiheit, dem Postulat ‚sei verschieden!‘, ‚verwirkliche den subjektiven Willen!‘ Beide Prinzipien gehören zusammen und beide Prinzipien sind auch das Wesen demokratischer Gesellschaften als Gesellschaften nicht nur politisch gleicher, sondern auch ungleich individuierter Bürger. Sie lassen zugleich erkennen, worin die sensible Problematik eines vernünftigen Bildungssystems beruht. Wenn nämlich sowohl (Prinzip Gleichheit) als auch (Prinzip Freiheit) zum Wesen demokratischer Gesellschaften gehören, dann hat die Gesellschaft, dann hat der Staat die Voraussetzungen nicht nur der einen, sondern auch der anderen zu schaffen. (...) Demgegenüber kommt es darauf an, einen institutionellen Weg zu finden, der die Konkurrenz der Prinzipien Gleichheit und Freiheit nicht schon institutionell entscheidet, bevor sie überhaupt zur Geltung kommt“ (Mittelstraß, 1989, S. 47)
