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Inanspruchnahme medizinischer Leistungen

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - GesundheitsschutzPublished 1 May 2007
Panagiotis Kamtsiuris, E. Bergmann, Petra Rattay, Martin Schlaud
Citations148
SJR quartileQ3
SJR score0.51
SNIP0.93

Abstract

Inanspruchnahmen von Kinderfrüherkennungsuntersuchungen und niedergelassenen Ärzten sowie Operationen stellen eine Auswahl unterschiedlicher Leistungsbereiche aus dem Gesamtspektrum präventiver und therapeutischer Leistungen des Gesundheitswesens im Kindes- und Jugendalter dar. Im Rahmen des bundesweit repräsentativen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) wurden 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0–17 Jahren bzw. deren Eltern unter anderem zur Inanspruchnahme medizinischer Leistungen befragt. Die Inanspruchnahme einzelner Kinderfrüherkennungsuntersuchungen bleibt bis zu U7 über der 90 %-Grenze und geht bei der U8 auf 89,0 % zurück, um dann bei der U9 auf 86,4 % zu fallen. 81 % der Kinder nahmen an allen Früherkennungsuntersuchungen teil, die bis zum sechsten Lebensjahr angeboten werden (U3–U9). Weitere 16 % haben dieses Angebot nur teilweise in Anspruch genommen, 3 % der Kinder waren nie bei einer dieser Vorsorgeuntersuchungen. Wie zu erwarten war, sinkt die jährliche Inanspruchnahmerate von Kinderärzten mit zunehmendem Alter von 95,1 % bei den 0- bis 2-Jährigen auf 25,4 % bei den 14- bis 17-Jährigen, während die Rate bei Allgemeinmedizinern von 11,8 % auf 53,1 % steigt. Verfolgt man die Inanspruchnahmeraten von Fachärzten über das gesamte Kindes- und Jugendalter, so zeichnen sich unterschiedliche Verlaufskurven ab: Während der Hals-Nasen-Ohren-Arzt von Kindern im Alter von 3–6 Jahren am häufigsten in Anspruch genommen wird, werden Augenärzte insbesondere im Grundschulalter und Internisten, Hautärzte und Chirurgen am häufigsten von den 14- bis 17-Jährigen aufgesucht. 37,1 % der 0- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen sind schon einmal operiert worden. In absteigender Häufigkeit wurden bei den Operationen die Adenotomie (15,2 %), Tonsillektomie (5,9 %), Herniotomie (3,6 %) und Appendektomie (2,4 %) genannt. Eine Zirkumzision ist bei 10,9 % der Jungen durchgeführt worden. Das unterschiedliche Inanspruchnahmeverhalten medizinischer Leistungen in verschiedenen Untergruppen ist möglicherweise nicht nur von medizinischen, sondern auch von sozialen Faktoren, ärztlichen Einstellungen und der Verfügbarkeit von Versorgungsangeboten abhängig.

Keywords

MedicineHealth Professions