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Die anwaltliche Scheidungsberatung als stellvertretende Konsensrestitution: eine exemplarische Fallrekonstruktion

Zeitschrift für RechtssoziologiePublished 1 November 1987
Beatrice Caesar-Wolf
Citations1
SJR quartileQ3
SJR score0.15
SNIP0.45

Abstract

Zusammenfassung Im Falle von Scheidungen werden die entscheidenden Weichen für die gerichtliche Praxis bereits auf vorgerichtlicher Ebene durch die anwaltlichen Beratungsgespräche und Verhandlungen gestellt. Nach dem „objektiv-hermeneutischen“ Ansatz wird ein anwaltliches Beratungsgespräch in einer Scheidungsangelegenheit analysiert, um die Strukturmerkmale zu rekonstruieren, die das anwaltliche Handeln als professionelles Handeln qualifizieren. Als Hauptmerkmale des anwaltlichen Handelns werden herausgestellt: der Abbau „irrationaler“ Feindseligkeit zwischen den Ehegatten; die Auflösung affektiver Ambivalenz, um die Mandantin zu einer konsequenten Entscheidung über die Scheidung zu befähigen; die Erzeugung der Gegenseitigkeit der Scheidungsabsicht; das Beharren auf für beide Seiten fairen und schon auf der vorgerichtlichen Ebene konsensfähigen Regelungen und die Interpretation der Rechtsregeln als.übergeordnete materiale Standards einer „vernünftigen“ und „gerechten“ Entscheidung im „wohlverstandenen“ Interesse beider Eheleute.

Keywords

Social Sciences