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Neue Analysen ältester und neuerer phänologischer Reihen

Theoretical and Applied ClimatologyPublished 1 December 1978
Friedrich Lauscher
Citations13
SJR quartileQ2
SJR score0.80
SNIP0.98

Abstract

Es wird ein Überblick über die Daten des Kirschblütenfestes in Kyoto, Japan von 705 bis 1864 n. Chr. gegeben sowie über die Hauptergebnisse der phänologischen Beobachtungen der Familie Marsham in Stratton, England zwischen 1736 und 1925. Es zeigt sich, daß die Daten der Frühjahrsblüte in beiden Gebieten in ähnlicher Relation zur Mitteltemperatur aus Februar und März stehen. Mit Daten aus Norwegen 1928 bis 1977 wird verglichen. Insbesondere aber werden die englischen und norwegischen Beobachtungen dazu benützt, wesentliche Eigenschaften der Belaubung und Blüte von Eichen und Eschen herauszuarbeiten. Es zeigt sich unter anderem, daß die in botanischen Büchern immer hervorgehobene Verfrühung der Blüte der Esche gegen ihre Belaubung an der Grenze des Vorkommens dieser Baumart nicht mehr zu stimmen scheint. Eine Witterungsregel, wonach die Belaubungsdifferenz Eiche minus Esche eine prognostische Bedeutung für den Sommerniederschlag haben soll, konnte mit Hilfe der englischen Reihen sehr ausführlich überprüft und als nur in geringem Maße andeutungsweise gültig nachgewiesen werden. Mehr Gewicht wurde darauf gelegt, nachzuforschen, bei welchem Ablauf der Frühjahrswitterung es der Esche überhaupt gelingt, einen Vorsprung gegen die Eiche zu erreichen. Es zeigte sich, daß hierzu eine gewisse, aber nicht zu große Wärme der Monate Januar bis März erforderlich ist, gefolgt von mäßiger Kälte im April. Diese hemmt anscheinend den Laubausbruch der Eiche stärker als den der Esche, was eine physiologische Begründung haben muß. Es wird angeregt, das reiche phänologische Beobachtungsmaterial noch stärker zur Aufdeckung allgemein gültiger oder regional modifizierter Relationen zu klimatischen Faktoren zu benützen, diese möglichst physiologisch zu begründen, die phänologischen Aussagen in botanischen Büchern neu zu überprüfen und schließlich die Gültigkeit vieler Wetterregeln mit phänologischen Grundlagen exakt zu bewerten.

Keywords

Arts and Humanities