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Der faktorielle Survey und die Messung von Normen

KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und SozialpsychologiePublished 1 June 2001
Michael Beck, Karl‐Dieter Opp
Citations134
SJR quartileQ2
SJR score0.34
SNIP0.75

Abstract

Der faktorielle Survey ist eine Methode, mit der Situationen, die komplexe Konstellationen von Merkmalen darstellen, von Befragten im Rahmen eines Interviews bewertet werden. So könnte ermittelt werden, inwieweit die Dimensionen "Rauchverbot" und "Anzahl der Personen, die rauchen" für die Geltung einer Nichtraucher-Norm von Bedeutung sind. Hierzu werden die Merkmale (d.h. Ausprägungen) der Dimensionen zu Situationsbeschreibungen kombiniert. Jede der möglichen und sinnvollen Situationsbeschreibungen wird dann von Befragten beurteilt. So könnte eine Situation, in der "Rauchen verboten" angezeigt wird und in der trotzdem mehr als die Hälfte der anwesenden Personen raucht, danach beurteilt werden, inwieweit eine Person in dieser Situation rauchen darf. Der Aufsatz hat zum einen das Ziel, die Methode des faktoriellen Surveys vorzustellen, die in Deutschland bisher kaum angewendet wurde und die für die Lösung einer Reihe zentraler sozialwissenschaftlicher Fragen angewender werden könnte. Das zweite Ziel dieses Aufsatzes ist zu zeigen, inwieweit der faktorielle Survey für die Messung von Normen geeignet ist. Wir behandeln im Einzelnen die Schritte bei der Durchführung eines faktoriellen Surveys und diskutieren dabei die jeweiligen Probleme. Schließlich werden zwei neue Computerprogramme vorgestellt, die die Durchführung faktorieller Surveys erheblich erleichtern.

Keywords

Social SciencesArts and HumanitiesHealth Professions