Sexualstörungen bei diabetischen Männern
Generate an AI Snapshot to get a quick, structured summary of this paper.
A concise AI-generated summary of the paper will appear here once you click Generate AI Snapshot.
Abstract
Bei der ärztlichen Betreuung diabetischer Männer wird man häufig mit der Tatsache konfrontiert, daß im Zusammenhang mit der Zuckerkrankheit Störungen der Sexualfunktion auftreten. Die Bewertung dieser Störungen bereitet im allgemeinen Schwierigkeiten. Dies gilt weniger für die Potentia generandi, die relativ einfach objektiviert werden kann, als vielmehr für die Potentia coeundi, deren Störungen sich recht vielgestaltig äußern können. Störungen der Potentia coeundi sind für den Mann in psychologischer Hinsicht im allgemeinen ein wesentlich ernsteres Problem als eine Beeinträchtigung der Fertilität, da die Potentia coeundi im Gegensatz zur Potentia generandi von ihm unmittelbar erlebt wird. Potenzstörungen sind ursächlich aber nicht immer auf den Mann allein zurückzuführen. Sie können wesentlich durch das Verhalten des Sexual-partners bedingt sein. Berücksichtigt man diese Tatsache, muß die Potentia coeundi definiert werden als die Fähigkeit, den Geschlechtsverkehr zu beginnen und bei erhaltener Erektion zur eigenen und zur Zufriedenheit des Partners mit Orgasmus zu beenden (Doepfmer U. Ullrich, 1966). Diese relativ weit gefaßte Definition, die das Verhalten des Sexualpartners einbezieht, ist für die Beurteilung der sexuellen Potenz des zuckerkranken Mannes wenig praktikabel. Besser operieren läßt sich mit der von Simpson (1950) formulierten Definition, nach der die Potentia coeundi des Mannes die Fähigkeit darstellt, den Geschlechtsverkehr einzuleiten, ihn durchzuführen und zu seiner eigenen vollen Befriedigung zu beenden. Die Voraussetzungen hierfür sind das Vorhandensein des Wunsches zur Sexualentspannung und zur Beziehungsaufnahme (Libido), ein normaler Ablauf des Aktvollzuges, der die Erektion, die Immissio und die Ejakulation einbezieht, und schließlich das Erleben eines Orgasmus- und Satisfaktionsgefühls.
