Qualitative Diagnostikforschung bei Neurosen und Persönlichkeitsstörungen
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Abstract
Es wird über eine Studie an Transkripten von 47 psychotherapeutischen Erstinterviews berichtet. Vier Gruppen wurden untersucht: Patienten mit neurotischer Depression (n=11), Patienten mit phobisch-angstneurotischen Erkrankungen (n=12), Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen (n=12) und Bulimiepatientinnen (n=12). Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse systematisch ausgewertet, wobei folgende Relevanzbereiche im Mittelpunkt standen: subjektive Krankheitsvorstellungen, Biographie und Charakterisierung der eigenen Persönlichkeit. In einem zweiten Auswertungsschritt wurden fallübergreifende Komparationstabellen innerhalb der einzelnen Gruppen erstellt. Schließlich folgte abschließend der Vergleich der vier Gruppen untereinander. Als Ergebnis fanden wir idealtypische Selbstbeschreibungen, die die Determinanten des diagnostischen Prozesses widerspiegeln. Basierend auf den Selbstschilderungen der Patienten lassen sich Argumente entwickeln zur Reduktion der gegenwärtigen verwirrenden Vielfalt diagnostischer Konzepte zugunsten einfacherer zweidimensionaler Modelle, die den Bedürfnissen klinischer Psychotherapie und Psychotherapieforschung angemessener erschien.
