Soziologie als Theorie sozialer Systeme
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Abstract
Als Fach der Lehre und Forschung hat die Soziologie sich einrichten können. Als wissenschaftliche Disziplin ist sie noch ziemlich undiszipliniert. Gewisse "Trends" lassen sich in Zweitanalysen vorliegender Publikationen herausheben. Aber es fehlt an einer übergreifenden theoretischen Gesamtkonzeption, die versuchte, die Einheit des Faches widerzuspiegeln. Selbst Ansprüche in dieser Richtung werden nur von wenigen Forschern und nur zögernd angemeldet — und dann bleibt es zumeist bei der Anmeldung. Lediglich die Systemtheorie, die behauptet, Soziologie sei die Wissenschaft von den sozialen Systemen — dies und nichts anderes —, begann, ihre Auffassung auszuarbeiten, und erwarb damit eine kritikfähige Gestalt. Sie zog damit auch Kritik auf sich, sehr viel berechtigte Kritik, die ihren Universalitätsanspruch in Frage stellt. Diese Kritik an der vorliegenden Konzeption, vor allem also die Kritik am Werk von Talcott Parsons, läßt sich fortsetzen, wiederholen, ausbauen, aber das führt nicht zur Theorie hin, sondern von ihr weg. Man kann den Anspruch auf universelle Theorie jedoch — wie wir es hier tun — festhalten, wenn man den Punkt findet, an dem die Systemtheorie bisher in ihrem Anspruch scheitert.
