Determinanten und Perspektiven des Verkehrsverhaltens. USA und Deutschland im Vergleich / Determinants and outlook on travel behaviour in Germany and the USA
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Abstract
In einer Kooperation der Rutgers University (New Jersey) und des Deutschen Instituts fuer Wirtschaftsforschung (DIW) wurde untersucht, auf welche Faktoren Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Mobilitaet zurueckzufuehren sind und ob die Trends fuer Deutschland und die USA in eine gemeinsame Richtung weisen. Untersucht werden die Rolle von sozio-oekonomischen Faktoren, der Zugang zum Nahverkehr, die raeumlichen Verteilungsmuster, der Einfluss politischer Massnahmen mit Wirkung auf Flaechennutzung und Verkehr und eine multivariate Analyse der Tagesdistanzen. Es zeigt sich, dass auch unter Beruecksichtigung der sozio-oekonomischen Faktoren und der raeumlichen Entwicklungsmuster alle Gesellschaftsgruppen in der USA mehr vom Auto abhaengen als in Deutschland. So legen beispielsweise Amerikaner in der hoechsten Bevoelkerungsdichtekategorie ungefaehr so viele Kilometer pro Tag zurueck wie Deutsche in der niedrigsten Dichtekategorie. Desgleichen legen Amerikaner im niedrigsten Einkommensquartil mehr Personenkilometer pro Tag zurueck als Deutsche im hoechsten Einkommensquartil. Die multivariate Analyse zeigt auf, dass verkehrspolitische Einfluesse, Raumstrukturen sowie sozio-oeokonomische und demographische Faktoren zur individuellen Varianz der Mobilitaet beitragen. Je nach gewaehltem Mobilitaetsindikator und Modellansatz kann der verkehrspolitische Einfluss etwa 25 Prozent der aufgeklaerten Varianz beitragen, ebenfalls etwa 25 Prozent koennen durch die Indikatoren der Raumstruktur und 40 Prozent durch die sozio-oekonomischen Merkmale erklaert werden. Die Befunde aus der statistischen Analyse zeigen eine geringe Preissensibilitaet der mit dem Auto zurueckgelegten Entfernungen fuer beide Laender, in Deutschland noch geringer als in den USA. Eine 10-prozentige Erhoehung der variablen Kosten fuehrt zu einer Reduktion der taeglichen Autodistanz von 2 Prozent in den USA und von 1,6 Prozent in Deutschland. Die Preissensibilitaet zeigt sich auch in daran, dass in den USA die Anzahl der zurueckgelegten Fahrzeugkilometer in den letzen zwei Jahren zurueckgegangen ist. ABSTRACT IN ENGLISH: This article explores the role of socioeconomic and demographic factors, spatial development patterns, and transport policies as explanatory factors for dissimilar travel behaviour in Germany and the USA. It shows that all groups of society in the USA are more car dependent than in Germany - even after controlling socioeconomic factors and spatial development patterns. For example, Americans living in the highest population density category still travel more kilometres by car per day than Germans in the lowest population density category. Similarly, Germans in the highest income quartile drive fewer kilometres by car per day than Americans in the lowest income quartile. A multivariate analysis shows that transport policy proxy variables capture up to 25 percent of the explained variability. In addition car travel distance in the USA is more sensitive to automobile operating costs: a 10 percent increase in automobile operating costs per km is associated with a 2 percent reduction in car travel distance in the USA, compared to only 1.6 percent in Germany. The price sensitivity of car travel in the USA is demonstrated by an analysis of the decline in vehicle kilometres of car travel over the last two years. (A)
