Faire Vergleiche? – Berücksichtigung von Kontextbedingungen des Lernens beim Vergleich von Testergebnissen aus deutschen Vergleichsarbeiten
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Abstract
Eine wesentliche Säule der Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring (KMK 2006) bilden die landesweiten Vergleichsarbeiten. Diese erheben den Lern- und Leistungsstand von Schülern mittels standardisierter Tests, welche den Vergleich der Schülerleistungen zwischen verschiedenen Klassen ermöglichen. Daraus werden u. a. Aussagen über Unterrichtseffekte auf die Schülerleistung abgeleitet, die Grundlage für Unterrichtsentwicklungsmaßnahmen sein sollen. Ein Problem bei solchen Vergleichen ist, dass Klassenunterschiede nicht nur aufgrund der Unterrichtseffekte zustande kommen können, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Ausgangsvoraussetzungen der Schüler (z. B. ihr sozioökonomischer Status). Deshalb werden bspw. einfache Mittelwertsvergleiche der Testleistungen verschiedener Klassen als unfair angesehen. Für faire Vergleiche müssen Adjustierungsverfahren verwendet werden, um diesen Unterschieden Rechnung zu tragen. Der vorliegende Beitrag stellt die Bedeutung und Anwendung fairer Vergleiche im Kontext von deutschen Vergleichsarbeiten dar. Vor diesem Hintergrund werden die derzeit verwendeten statistischen Adjustierungsverfahren systematisiert, um sie hinsichtlich der Fairness sowie Praktikabilitätskriterien beurteilen zu können.
