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Entfernung und Heimkehrverhalten der Brieftaube

Journal of Comparative Physiology APublished 1 January 1970
Klaus Schmidt‐Koenig
Citations27
SJR quartileQ1
SJR score0.64
SNIP1.00

Abstract

In möglichst genauer Übereinstimmung mit einer in Durham, N. C., USA durchgeführten Versuchsserie (Schmidt-Koenig, 1966), wurden zu einem in Frankfurt a. M. gegründeten Taubenschlag 32 Auflaßplätze in 8 Entfernungsstufen von 5–300 km in den 4 Haupthimmelsrichtungen ausgesucht. Von jedem Platz wurden 2 Kollektive von je 20 erfahrenen Tauben in vorbestimmter Sequenz bei sonnigem Wetter aufgelassen und die Verschwinderichtungen, Verschwindezeiten und die Heimkehrleistung registriert. In Frankfurt zeigte die Anfangsorientierung ein ausgeprägtes entfernungsabhängiges Muster, ähnlich dem der Versuche von Durham: Bis etwa 20 km und jenseits von etwa 100 km war die Anfangsorientierung besser heimgerichtet als von den dazwischenliegenden Entfernungen (Abb. 1). Jenseits 200 km nahm die Genauigkeit der Anfangsorientierung jedoch wieder ab und zwar wesentlich steiler als bei Durham (Abb. 5). In Frankfurt (Abb. 2) weist die überlagerte Richtungstendenz nach WSW (Durham WNW). Die relative Heimkehrleistung und die Entfernung waren negativ korreliert (Abb. 4); das Muster der Anfangsorientierung wiederholte sich nicht in der Heimkehrleistung. Die Ergebnisse von Durham und Frankfurt werden verglichen, das gefundene entfernungsabhängige Muster der Anfangsorientierung und das der Heimkehrleistung werden diskutiert und zu anderen relevanten Ergebnissen in bezug gesetzt. Die Frage, ob ein oder zwei Navigationsverfahren existieren wird erörtert. Eine Antwort ist noch nicht möglich. Die Erklärbarkeit der Befunde mit der Sonnennavigations-Hypothese wird besonders diskutiert und verneint.

Keywords

Social SciencesEngineering